Gitarrenlehrer ist nicht gleich Gitarrenlehrer, Gitarrenschule nicht gleich Gitarrenschule und Gitarrenunterricht nicht gleich Gitarrenunterricht.
Du wirst sicher bemerkt haben, dass beim Lernen die vermittelnde Person einen starken Einfluss auf die Motivation und die Geschwindigkeit deines Fortschrittes hat. Ich hatte zum Beispiel einmal einen Gesangslehrer, der kaum singen konnte, aber dermaßen enthusiastisch und positiv war, dass er in mir enorm viel Freude an der Musik geweckt hat. Diese Freude ist mir bis heute geblieben!
Ein guter Gitarrenlehrer muss also in der Lage sein, dich in seinem Gitarrenunterricht so glücklich zu machen, dass du das neu Gelernte einfach nicht mehr vergessen kannst und dass Üben zur Lust wird.
Natürlich muss dein Gitarrenlehrer auch gut auf seinem Instrument sein. Das kannst du sehr einfach testen. Bitte ihn, dir einen beliebigen Song vom Blatt zu spielen. Jeder studierte Lehrer muss das können, sonst ist er technisch einfach nicht gut ausgebildet. Für Anfänger ist die Qualifikation des Gitarrenlehrers wichtig, weil sie ein Indikator sein kann dafür, wie gut der Gitarrenlehrer das Vorgehen in seinem Gitarrenunterricht strukturiert (bzw. strukturieren kann).
Teste ausgiebig, ob dein Gitarrenlehrer sich selbst gut auf den Unterricht vorbereitet. Wenn er wirklich ein Interesse daran hat, dass du schnell voran kommst, wird er deinen Song selbst gelernt haben und kennt ihn in- und auswendig. Denn ein ausgebildeter Musiker kann einen Song innerhalb von Minuten auswendig lernen (was nicht heißt, dass er sofort alles perfekt spielt).
Eine Sache, und ich will eigentlich nicht schlecht über meine Kollegen reden, trotzdem für dich wichtig: Prüfe, ob dein Gitarrenlehrer (egal ob er privat unterrichtet oder Lehrer einer Gitarrenschule ist) deinen Fortschritt behindern will. Es gibt solche schwarzen Schafe, sie sagen es dauere eben seine Zeit und man solle geduldig sein. Wenn ein Gitarrenlehrer mit dir wochenlang am gleichen Song arbeitet und du kannst ihn nicht richtig spielen, dann will er wahrscheinlich nicht, dass du ihn schnell lernst.
Dadurch hat der Gitarrenlehrer nämlich zwei Vorteile: Er braucht sich nicht erneut auf deinen Unterricht vorzubereiten und es dauert länger, bis für dich ein Wechsel der Gitarrenlehrers sinnvoll wird bzw. du so viel spielen kannst, dass du merkst, wie ineffizient der Gitarrenunterricht ist. Viele Gitarrenschüler hören dann auf, Gitarrenunterricht zu nehmen und lernen nur noch selbstständig – einfach weil sie glauben, dass Unterricht wenig bringt. Zu Unrecht!
Um die Motivation deines Gitarrenlehrers zu testen, kannst du ihn fragen, ob er in einer Band spielt, ob er gern berühmt wäre, ob er Gitarre gelernt hat, um aufzutreten etc. Viele Gitarrenlehrer unterrichten nicht, weil sie es lieben, sondern weil sie es müssen. Von diesen hältst du dich am Besten so fern wie möglich – sie werden nur selten so erwachsen sein, dir Erfolg und Talent auf der Gitarre zu gönnen und dich unter Umständen behindern.
Viel Erfolg auf der Gitarre,
auf dass du den richtigen Gitarrenlehrer findest, der dich in Riesenschritten voran bringt!
- David
P.S.:
Ah, eines hätte ich fast vergessen:
Lass dich nicht von den Preistricks einer Musikschule/Gitarrenschule veräppeln und abzocken!
Musikschulen können gute Lehrer haben, aber auch privater Unterricht ist eine echte Alternative und meist vom Preis gleich oder sogar billiger. Die Musikschulverträge binden in der Regel über lange Zeiträume und man muss die Ferien bezahlen! Wenn du ein Angebot hast, nimm den Jahresbeitrag und teile ihn durch die Anzahl der Unterrichtsstunden, berücksichtige auch Krankheitsregelungen. Das ist der Preis pro Stunde, nicht das, was die Musikschulen in ihren Broschüren behaupten!
Dieser letzte Tipp kann dir am Meisten bringen, sei sehr genau damit. Private Gitarrenlehrer sind oft besser, weil sie sonst keine Schüler hätten.